
Wer Leads für Photovoltaik einkauft, bekommt sehr unterschiedliche Angebote. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen oft Welten – und trotzdem kann der teurere Lead am Ende der günstigere sein. Entscheidend ist nicht der Stückpreis, sondern was Sie pro unterschriebenem Auftrag ausgeben.
Dieser Beitrag zeigt, wovon der Preis eines Solarleads abhängt und welche Fragen Sie jedem Anbieter stellen sollten, bevor Sie bestellen.
Was ein Solarlead überhaupt ist
Ein Solarlead ist die Kontaktanfrage einer Person, die sich für eine Photovoltaikanlage interessiert und eingewilligt hat, dazu von einem Anbieter kontaktiert zu werden. Mindestens enthalten sind Name, Telefonnummer und Postleitzahl. Gute Leads bringen mehr mit: Eigentumsverhältnis, Dachart, Ausrichtung, ungefährer Stromverbrauch, gewünschter Zeitraum.
Wie viel davon tatsächlich geprüft ist, unterscheidet sich stark. Ein Formulareintrag ist noch kein qualifizierter Lead.
Die fünf größten Preisfaktoren
Exklusiv oder geteilt
Ein exklusiver Lead geht nur an Sie. Ein geteilter Lead wird an mehrere Abnehmer verkauft, die dann gleichzeitig anrufen. Geteilte Leads sind deutlich günstiger, aber Sie stehen sofort im Wettbewerb – und der Interessent ist nach dem dritten Anruf oft genervt. Fragen Sie immer nach, an wie viele Abnehmer ein Lead maximal geht.
Grad der Qualifizierung
Am günstigsten sind reine Formularleads ohne Nachprüfung. Teurer wird es, wenn ein Callcenter jeden Kontakt anruft und die Angaben bestätigt: Ist die Person Eigentümer? Ist das Dach geeignet? Besteht echtes Interesse oder war es nur Neugier? Ein telefonisch qualifizierter Lead kostet mehr, spart Ihrem Vertrieb aber viele Anrufe ins Leere. Wie das bei uns abläuft, beschreiben wir unter Leadgenerierung.
Region
Leads aus Regionen mit hoher Nachfrage und vielen Anbietern sind teurer als aus Gegenden, in denen wenige Installateure aktiv sind. Wer sein Liefergebiet eng fasst, zahlt pro Lead meist mehr, weil die Werbung gezielter ausgespielt werden muss.
Zusatzangaben
Jede zusätzliche Information macht den Lead wertvoller: Dachfotos, Stromrechnung, Interesse an Speicher oder Wärmepumpe, Finanzierungswunsch, bevorzugte Rückrufzeit. Je mehr Ihr Vertrieb vor dem ersten Gespräch weiß, desto kürzer und erfolgreicher ist es.
Menge und Vertragslaufzeit
Wer feste Mengen über einen längeren Zeitraum abnimmt, bekommt in der Regel bessere Konditionen als bei Einzelbestellungen. Umgekehrt gilt: Lassen Sie sich nicht in große Mindestmengen drängen, bevor Sie die Qualität getestet haben.
Warum der Stückpreis allein wenig sagt
Die sinnvollere Kennzahl sind die Kosten pro Auftrag. Teilen Sie, was Sie für Leads ausgegeben haben, durch die Zahl der Verträge, die daraus entstanden sind. Erst dann sehen Sie, welche Quelle sich wirklich lohnt.
Ein günstiger Lead, bei dem Ihr Team zehnmal anruft und am Ende niemand erreicht wird, ist teuer. Ein teurer, sauber qualifizierter Lead, der zu einem Vor-Ort-Termin führt, kann sich vielfach rechnen. Wie Sie Kontakte sinnvoll priorisieren, erklären wir unter Leadscoring.
Diese Fragen sollten Sie vor dem Kauf stellen
- Woher kommen die Leads – eigene Kampagnen, Partnerseiten oder Zukauf?
- Ist jeder Lead exklusiv, und wenn nicht: an wie viele Abnehmer geht er?
- Wird jeder Kontakt telefonisch geprüft, und welche Angaben werden bestätigt?
- Wie schnell kommt der Lead bei Ihnen an – in Echtzeit oder gesammelt?
- Welche Gründe für eine Reklamation werden akzeptiert, und in welcher Frist?
- Liegt für jeden Lead ein Einwilligungsnachweis vor, den Sie bei Bedarf abrufen können?
Ein seriöser Anbieter beantwortet alle sechs Fragen ohne Zögern. Wer bei Herkunft oder Einwilligung ausweicht, ist kein Partner, mit dem Sie arbeiten sollten. Denn ohne wirksame Einwilligung ist der Werbeanruf nach § 7 UWG unzulässig – und das Risiko tragen Sie. Mehr dazu im Beitrag DSGVO und Leadkauf.
Fazit
Was ein Solarlead kostet, hängt vor allem von Exklusivität, Qualifizierung, Region und Zusatzangaben ab. Vergleichen Sie Anbieter nicht über den Stückpreis, sondern über die Kosten pro Auftrag – und starten Sie mit einer kleinen Testmenge, bevor Sie sich festlegen.


